KusoClaim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ensemble
chant 1450

 

La contenance angloise
Geistliche Musik des frühen 15. Jahrhunderts

So, 27. September 2009, 17.00 Uhr

67749 Offenbach-Hundheim, St. Maria
15.30 Uhr Kirchenführung

Bagby

chant1450 besteht seit 2003 und singt das geistliche und weltliche Repertoire des 15./16. Jahrhunderts. Das internationale Ensemble hat den An - spruch, sich mit den besten europäischen Formationen messen zu können. Im Januar 2005 sang chant 1450 eine erste Konzert reihe „La contenance angloise“ – geistliche Vokal musik des 15. Jahrhunderts - mit großem Erfolg in der Schweiz. Es folgten viel beachtete Debüts in Deutschland, Italien, Tschechien und Auftritte bei renommierten Festivals und der 5. a cappella-Woche in Hannover. Im Herbst 2007 erschien die erste CD des Ensembles „Du fond de ma pensée – Psalmen und Chansons der frankophonen Reformation“, im Februar 2009 die zweite CD „...et lux perpetua – Trauermusik der Renaissan ce“. Geplant sind in den nächsten Jahren Tourneen durch ganz Europa. chant 1450 pflegt ein äußerst selten zu hörendes Repertoire, etwa die großen a cappella-Messen des 15. Jahrhunderts oder die Psalmmotetten der französischen Reformation um 1570. Je nach Programm wird das Vokal-Ensemble durch verschiedene Instrumentalisten ergänzt.

 

 

 

 

Die englische Musik erregte zum ersten Mal beim Konzil von Konstanz (1414-1418) Aufsehen, einem der wichtigsten Angelpunkte des europäischen Kulturaustauschs am Anfang des 15. Jahrhunderts. Zahlreiche Musiker, geistliche und höfische Kapellen waren zugegen. Der Konzilchronist Ulrich von Richenthal beschreibt die für ihn offenbar neuartige Musik emphatisch als „engelschen süssen Gesang“ (engelsch = englisch) mit drei Stimmen über Orgel und Posaunen zum Fest des heiligen Thomas von Canterbury (29. Dez. 1416). Nicht weniger suggestiv sind die ersten literarischen und theoretischen Zeugnisse für den musikalischen Stilwandel um 1420: Der burgundische Hofdichter Martin le Franc, ein unmittelbarer Beobachter der musikalischen Ereignisse seiner Zeit, schreibt in seinem Champion des Dames (1441/1442) über Dufay und Binchois, die ersten Komponisten des neuen, unter englischem Einfluss stehenden Stils: „ ...Car ilz ont nouvelle pratique/ De faire frisque concordance..../ Et ont prins de la contenance/ Angloise et ensuy Dunstable...”.

Das Konzertprogramm „La contenance angloise“ zeichnet den Weg der kompositionsgeschicht-lichen Entwicklung von den Motetten Dunstaples und Powers bis zu den Werken von Dufay, Binchois und Brassart, die als erste die neue englische Art verarbeiteten, nach.

KlingenmünsterDas genaue Gründungsdatum des Klosters St. Maria ist unbekannt, einen Hinweis gibt nur die Bestätigungsurkunde von Erzbischof Heinrich I von Mainz aus dem Jahre 1150. Das Kloster gründete dann die Probstei in Offenbach. Im 13. Jahrhundert ging die Schirmvogtei an den Kaiser über, 1447 an die Herzöge von Zweibrücken. Als diese während der Reformation zum protestantischen Glauben übertraten, erfolgte die Auflösung des Klosters. Die ehemalige Propsteikirche ist ein wichtiges Denkmal für den frühen Übergang von der Spätromanik zur Gotik im Mittelrheingebiet und zeigt deutlich die Mischung dieser Stile. In den Kapitellen sind phantastischer Figuren schmuck, Mischwesen aus Mensch und Tier, und Pflanzen ornamente zu sehen, die in die Romanik weisen, während einige Fenster und Pfeiler schon ganz gotisch scheinen.