Ensemble Vox Nostra( D)

"Würfelspieler-Messe"
Eine parodistische Messfeier aus den
mittelalterlichen Carmina Burana

Sonntag, 11. September 2016, 17.00 Uhr

67749 Offenbach-Hundheim
Abteikirche St. Maria

15.30 Uhr Kirchenführung



Sarband

Vox Nostra ist ein internationales und solistisch besetztes Ensemble aus Berlin, das sich unter der Leitung von Burkard Wehner auf die Vokalmusik des Mittelalters spezialisiert hat. Aus Kompositionen der frühen europäischen Kulturzentren wie Klöstern, Kathedralen und Höfen gestaltet Vox Nostra Konzertprogramme, die den Zuhörer in die archaischen Klangwelten des Mittelalters entföhren. Im Gegensatz zu den heutigen Hörgewohnheiten in temperierter Stimmung zeichnen sich die Gesänge vor 1600 durch ihre besondere Klangästhetik reiner Intervalle aus, die auf dem alten pythagoräischen Tonsystem der Griechen beruht.

Das Singen aus den Originalhandschriften mit Neumen- und Modalnotationen gehört zur musikwissenschaftlich fundierten Arbeitsweise des Ensembles. Um den komplexen Zusammenklängen dieser Musik in Räumen mit adäquater Akustik entsprechende Wirkung zu verleihen, wird vom Ensemble ein obertonreicher Vokalklang bevorzugt. Eine weitere Besonderheit von Vox Nostra ist die ortsspezifische Positionierung und Bewegung der Solistinnen und Solisten im Raum. Auf diese Weise wird die Musik optisch und akustisch neu erfahrbar gemacht.

Tag des offenen Denkmals
"Würfelspieler-Messe"
Eine parodistische Messfeier aus den
mittelalterlichen Carmina Burana

Vox Nostra hat ein Programm zusammengestellt, das auf vielfältige Weise das Thema "Scherz, Ulk und Parodie" aufgreift. Die originalen Texte und Gesänge aus der berühmten Liedersammlung der Carmina Burana des 13. Jahrhunderts sind für dieses Thema eine wahre Fundgrube.

Im Zentrum des musikalischen Programms steht das "Officium Lusorum", eine parodistische Messfeier für Spieler und Spielsüchtige. Hier werden die traditionellen lateinischen Texte einer Festmesse umgedichtet und in das Milieu der Vergnügungstempel versetzt

Das Wahre vom Falschen unterscheiden zu können, wird in den Liedern immer wieder thematisiert und bei den Texten dieser Lieder bleibt den lateinkundigen Zuhörern doch oftmals das Lachen im Halse stecken.

So zeigt das vorliegende Konzertprogramm beides: den gelehrten und geistreichen Ulk und die Albernheiten rund um das Pech beim Glücksspiel und die moralischen Gesetzmäßigkeiten im hohen Mittelalter, bei denen doch letzten Endes die Tugend und die Gottesfurcht über allem thront.

HundheimDas genaue Gründungsdatum des Klosters St. Maria ist unbekannt, einen Hinweis gibt nur die Bestätigungsurkunde von Erzbischof Heinrich I von Mainz aus dem Jahre 1150. Das Kloster gründete dann die Probstei in Offenbach. Im 13. Jahrhundert ging die Schirmvogtei an den Kaiser über, 1447 an die Herzöge von Zweibrücken. Als diese während der Reformation zum protestantischen Glauben übertraten, erfolgte die Auflösung des Klosters. Die ehemalige Propsteikirche ist ein wichtiges Denkmal für den frühen Übergang von der Spätromanik zur Gotik im Mittelrheingebiet und zeigt deutlich die Mischung dieser Stile. In den Kapitellen sind phantastischer Figuren schmuck, Mischwesen aus Mensch und Tier, und Pflanzen ornamente zu sehen, die in die Romanik weisen, während einige Fenster und Pfeiler schon ganz gotisch scheinen.