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Ensemble VocaMe (DE)

"Kassia"


Byzantinische Hymnen der frühesten
Komponistin des Abendlandes

Sonntag, 16. September 2012, 17.00 Uhr

67547 Worms, St. Martin

15.30 Uhr Kirchenführung

In Zusammenarbeit mit dem Festival "Wunderhoeren" der Nibelungenstadt Worms

VocaMe

Die weltweit erste Einspielung von Kassias Hymnen erweckt wunderschöne und tief berührende Melodien zu neuem Leben. Eindringliche Stimmen und einfühlsame Arrangements entführen den Hörer in eine ferne Zeit und Welt, in eine dichte, geradezu mystische Atmosphäre. Die vergessene Musik wird zum lebendigen Zeugnis einer untergegangenen Kultur. Kassias Hymnen und ihre kongeniale Einspielung sind eine absolute Entdeckung.
Kassia war Äbtissin eines byzantinischen Klosters. Die selbstbewusste, hochgebildete und äußerst begabte Frau komponierte etwa fünfzig Hymnen und Troparien und verfasste geistliche und weltliche Schriften. Sie war am politischen Geschehen ihrer Zeit beteiligt und stand im Austausch mit ihren geistigen Größen. Bislang galten die Werke Hildegard von Bingens (1098-1179) als die ältesten überlieferten Kompositionen einer Frau. Bis Michael Popp, Kenner und bekannter Interpret mittelalter-licher Musik, auf Kassia aufmerksam wurde und mit der Kassia-Forscherin Diane Touliatos in Kontakt trat. Er gründete das Ensemble VocaMe aus renommierten Sängerinnen der Szene Alter Musik. Popp, der verschiedene mittelalterliche Instrumente spielt, begleitet und leitet das Ensemble.

SWR2Dieses Programm wird von SWR mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt im Hörfunkprogramm SWR2 gesendet.

„Durch die Frau kam das Übel in die Welt,“ sprach Kaiser Theophilos, bevor er der schönen Kassia als Zeichen seiner Brautwahl einen goldenen Apfel übergeben wollte. Kassia erwiderte ohne zu zögern: „Aber durch die Frau fingen auch bessere Dinge an!“ So verwirkte sich die Brautkandidatin, Kaiserin des oströmischen Reiches zu werden. Der Kaiser reichte den Apfel einer anderen.

Kassia (geb. 810, gest. zwischen 843 und 867) nahm einen anderen Lebensweg, gründete ein Kloster und wurde Äbtissin. Das ist nicht als Rückzug zu werten. Im Gegenteil. Im Kloster verfasste Kassia geistliche und weltliche Schriften und komponierte. Knapp fünfzig Hymnen werden Kassia heute zugeschrieben sowie einige Troparien. Kassia war eine selbstbewusste, hochgebildete und äußerst begabte Frau. Sie stand im Zentrum des intellektuellen und künstlerischen Lebens der Metropole am Bosporus.

KlingenmünsterDie ehemalige Stiftskirche des Martinsstifts, dessen Bauten fast völlig verschwunden sind, ist heute katholische Pfarrkirche. Die Martinskirche ist eine dreischiffige, querhauslose Pfeilerbasilika früh-romanischen Ursprungs mit frühgotischen Anklängen. Sie war während des Mittel - alters durch das Patrozinium des Hl. Martin, des fränkischen Nationalheiligen und früheren Bischofs Martin von Tours eine bedeutende Wallfahrtskirche. Das Martinspatrozinium von St. Martin lässt auf ihren frühen, vielleicht noch fränkischen Ursprung schließen. Sulpicius Severus berichtet, dass Martin 355/356 von Kaiser Julianus Apostata hier in einem Kerker gefangen gehalten wurde, weil er als Christ den römischen Kriegsdienst verweigerte.