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Es ist eine so faszinierende wie einzigartige Klangwelt, in der sich die virtuosen Sopranistinnen des Trio Mediaeval bewegen. Das 1997 in Oslo gegründete Vokalensemble hat sich auf drei klar umrissene Repertoirebereiche spezialisiert: zum einen Eigen bearbeitungen mittelalterlicher Balladen und Lieder aus Norwegen, zum anderen polyphone, für das Ensemble arrangierte mittelalterliche Musik aus England, Frankreich und Italien, und schließlich zeitgenössische Werke, von denen viele eigens für das Ensemble komponiert wurden. Das Trio Mediæval arbeitet mit einer Vielzahl von Komponisten zusammen, darunter Gavin Bryars, Ivan Moody, Paul Robinson, Oleh Harkavyy, Bjørn Kruse und Andrew Smith. Aus der Zusammenarbeit mit den amerikanischen Komponisten Michael Gordon, Julia Wolfe und David Lang und der musikFabrik Köln ging das bisher größte intermediale Projekt des Trios mit zeitgenössischer Musik hervor: Shelter wurde im März 2005 in Köln uraufgeführt und im darauf folgenden November an der Brooklyn Academy of Music erstmals szenisch umgesetzt. |
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Dieses Programm wird von SWR mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt im Hörfunkprogramm SWR2 gesendet. |
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| Nach der Eroberung Englands im 11. Jahrhundert wandelten die
Normannen die Strukturen an den britischen Kathedralen um
und ersetzten die klösterliche Organisation durch weltlich lebende
Priester. Nur an wenigen Orten, darunter Worcester mit seinen
Benediktinern, konnte sich das mönchische Leben mit einem durch
Gesang geprägten Tages- und Jahresrhythmus halten. Neben der
überall gängigen Monodie wurde die Liturgie hier durch komplexere
polyphone Musik aufgelockert.
Die meisten Manuskripte dieser Epoche fielen in den 1530er Jahren
dem anti-päpstlichen Kulturkampf Heinrichs VIII. zum Opfer. Auch
die Fragmente aus Worcester, die für die Ladymass als Grundlage
dienten, verdanken ihre Erhaltung lediglich der Tatsache, dass sie
damals als Schmierpapier und Einbandmaterial beiseite gelegt wurden.
Die gut 100 Stücke aus dem 13. und 14. Jahrhundert demonstrieren
mit ihren polyphonen Sätzen zur Ausschmückung der Messe,
ihrem strengen Conductus und ihren freieren Motetten die Vielfalt
einer fast untergegangenen musikalischen Welt.
Da ein Großteil dieser Musik von der in England blühenden
Marienverehrung zeugt, die ihren jährlichen Höhepunkt an Mariä
Himmelfahrt fand, nennt das Trio Mediaeval sein Konzert A Ladymass
– eine rekonstruierte Marienmesse. Ergänzt wird sie durch eine vom
Trio in Auftrag gegebene Komposition von Gavin Bryars, der die
durch das verschollene Credo entstandene Lücke geschlossen hat. |
Die ehemalige Stiftskirche des Martinsstifts, dessen
Bauten fast völlig verschwunden sind, ist heute katholische
Pfarrkirche. Die Martinskirche ist eine dreischiffige,
querhauslose Pfeilerbasilika früh-romanischen Ursprungs
mit frühgotischen Anklängen. Sie war während des Mittel -
alters durch das Patrozinium des Hl. Martin, des fränkischen
Nationalheiligen und früheren Bischofs Martin von
Tours eine bedeutende Wallfahrtskirche.
Das Martinspatrozinium von St. Martin lässt auf ihren
frühen, vielleicht noch fränkischen Ursprung schließen.
Sulpicius Severus berichtet, dass Martin 355/356 von
Kaiser Julianus Apostata hier in einem Kerker gefangen
gehalten wurde, weil er als Christ den römischen
Kriegsdienst verweigerte. |
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