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Ensemble Tetraktys (I)

„Tres gentil cuer“
Werke aus dem Codex Chantilly (1380-1410)

Sonntag, 11. September, 18.00 Uhr

67749 Offenbach-Hundheim
Abteikirche St. Maria

18.30 Uhr Kirchenführung

Tag des offenen Denkmals

Tetraktys

Das Ensemble Tetraktys wurde 2000 von Kees Boeke gegründet und hat bisher vier Aufnahmen unter seinem eigenen Label Olive Music veröffentlicht: Zunächst Trecento als Duo aus Jill Feldman (Sopran) und Kees Boeke (Blockflöte und Viella), gefolgt von Dufay Chansons als Quartett mit Harfe und Viella. Im Jahr 2005 nahm das Ensemble Werke aus dem Squarcialupi- Codex auf, zu denen acht Ballate des relativ unbekannten Komponisten Andrea da Firenze zählen. Unter den anstehenden Projekten sind die vollständigen Werke aus dem bekannten Codex Chantilly. Mitwirkende sind Silvia Tecardi und Baptiste Romain (Viella), Kirsty Whatley (Harfe), Zsuzsi Tóth (Sopran) und Carlos Mena (Alt). Bisher wurden zwei Teile veröffentlicht.
Tetraktys nimmt ausschließlich unter dem Label Olive Music auf. www.o-livemusic.com

 

 

 

 

Ein typisch mittelalterliches höfisches Liebeslied an eine edle und schöne unbekannte Dame adressiert, inspiriert vom Roman de la Rose und vielleicht komponiert bei Gelegenheit der Vermählung von Jean de Berry mit Jeanne de Boulogne 1389. Ein Meisterwerk des am häufigsten im Codex Chantilly
vorkommenden Komponisten, Solage.

In der ersten Hälfte des Programms hören wir Musik aus der Übergangszeit zwischen Guillaume de Machault und der sogenannten Ars Subtilior, hier vertreten durch Machaults angeblichen Schüler Mag. Franciscus Andrieu, vor allembekannt geworden wegen seiner Ballade auf den Tod seines Lehrers und Vorbildes, „Armes, Amours”. Das weitere Programm widmet sich der eigentlichen Ars Subtilior in ihrer ausgeprägtesten Form, gekennzeichnet von einer musikalischen Extremsprache im rhythmischen, melodischen sowie auch harmonischen Bereich.

KlingenmünsterDas genaue Gründungsdatum des Klosters St. Maria ist unbekannt, einen Hinweis gibt nur die Bestätigungsurkunde von Erzbischof Heinrich I von Mainz aus dem Jahre 1150. Das Kloster gründete dann die Probstei in Offenbach. Im 13. Jahrhundert ging die Schirmvogtei an den Kaiser über, 1447 an die Herzöge von Zweibrücken. Als diese während der Reformation zum protestantischen Glauben übertraten, erfolgte die Auflösung des Klosters. Die ehemalige Propsteikirche ist ein wichtiges Denkmal für den frühen Übergang von der Spätromanik zur Gotik im Mittelrheingebiet und zeigt deutlich die Mischung dieser Stile. In den Kapitellen sind phantastischer Figuren schmuck, Mischwesen aus Mensch und Tier, und Pflanzen ornamente zu sehen, die in die Romanik weisen, während einige Fenster und Pfeiler schon ganz gotisch scheinen.