Sarband( D)

"Das vollkommene Licht"

Samstag, 27. September 2014, 20.00 Uhr

67749 Offenbach-Hundheim
Abteikirche St. Maria

18.30 Uhr Kirchenführung



Sarband

Sarband (aus dem Sanskrit in viele nahöstliche Sprachen eingegangen) bedeutet „Verbindung". In der nahöstlichen Musiktheorie steht dieser Begriff für die improvisierte Verbindung zwischen Teilen einer musikalischen Suite. Ensemble Sarband lädt Publikum wie auch Musiker mit ganz unterschiedlichen kulturellen Hintergründen dazu ein, „zusammen zu finden“, „verbunden“ mit musikalischen Erfahrungen, die zuvor vielleicht als fremd wahrgenommen wurden. Ensembleleiter Dr. Vladimir Ivanoff, der Sarband 1986 gründete, ist als Forscher und Musiker ein Brückenbauer zwischen Kulturen, Menschen und Zeiten: Seine Programme vereinen Musiker aus den verschiedensten Kulturen und vermitteln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Alter Musik und lebendigen Traditionen.
Die Zusammenarbeit innerhalb des Ensembles ist kein modisches Crossover, sondern kontinuierlich angelegt und ein gleichberechtigter Dialog. Mit seinem einmaligen Repertoire hat sich Sarband international einen Namen gemacht, veröffentlichte zahlreiche CDs und musizierte auf vielen internationalen Festivals.

„Das vollkommene Licht" – Christliche und muslimische Choräle des Mittelalters

Nicht nur die Christen kennen ein Weihnachtsfest: «Mevlud» heißt wörtlich „Der Geborene“. Obwohl der orthodoxe Islam eine personelle Verehrung des Propheten ablehnt, ranken sich um seinen Geburtstag zahlreiche Legenden. Viele Muslime begehen diesen Feiertag im Kreise ihrer Familie, essen, beten und singen gemeinsam und erzählen sich die Geburtsgeschichte, die eng mit dem „Licht", welches dieses Ereignis in die Welt brachte, verbunden ist. Deshalb werden an diesem Festtag Moscheen, öffentliche Plätze und Wohnhäuser mit Kerzen und Lichtern geschmückt und Räucherwerk verbrannt.

Unübersehbar sind die Bezüge – die Erscheinung des Engels Gabriel, die Reise auf dem Esel – zwischen der Schilderung der Geburt des islamischen Propheten und des christlichen Gottessohnes und auch die äußeren Zeichen – Lichter und Kerzen, die Lesung der Geburtsgeschichte – zeigen die enge spirituelle Verbindung.

HundheimDas genaue Gründungsdatum des Klosters St. Maria ist unbekannt, einen Hinweis gibt nur die Bestätigungsurkunde von Erzbischof Heinrich I von Mainz aus dem Jahre 1150. Das Kloster gründete dann die Probstei in Offenbach. Im 13. Jahrhundert ging die Schirmvogtei an den Kaiser über, 1447 an die Herzöge von Zweibrücken. Als diese während der Reformation zum protestantischen Glauben übertraten, erfolgte die Auflösung des Klosters. Die ehemalige Propsteikirche ist ein wichtiges Denkmal für den frühen Übergang von der Spätromanik zur Gotik im Mittelrheingebiet und zeigt deutlich die Mischung dieser Stile. In den Kapitellen sind phantastischer Figuren schmuck, Mischwesen aus Mensch und Tier, und Pflanzen ornamente zu sehen, die in die Romanik weisen, während einige Fenster und Pfeiler schon ganz gotisch scheinen.