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Ensemble laReverdie (I)

"La Caccia di Diana"
Musik und Dichtung am Hof von Robert d'Anjou

Samstag, 27. August, 20.00 Uhr

67595 Bechtheim, St. Lambertus
Open-Air im Kirchgarten
Bei schlechtem Wetter Kirche St. Lambertus

18.30 Uhr Kirchenführung

Bagby

Das Ensemble für mittelalterliche Musik laReverdie wurde 1986 von zwei jungen Schwesternpaaren aus Italien gegründet. Der Name des Ensembles leitet sich von einer Dichtungsgattung ab, in der die Rückkehr des Frühlings gefeiert wird. Diese positive Stimmung ist auch laReverdie zu eigen. Seit über zwanzig Jahren begeistert die Gruppe Zuhörer und Kritiker gleichermaßen mit ihrem umfangreichen, breit gefächerten musikalischen
Repertoire aus dem Mittelalter und der Renaissance. Seit 1993 begleitet der Zinkspieler Doron David Sherwin laReverdie als Instrumentalist und Sänger. Aktuell tritt das Ensemble je nach Programm in Gruppen von drei bis vierzehn Musikern auf. Eingehende Recherche gehört ebenso zur Arbeit mit laReverdie wie die langen, intensiven Konzertphasen. Die Ensemblemitglieder
teilen eine außergewöhnliche Leidenschaft für die Musik,
die sie auch dem Publikum vermitteln. Diese Leidenschaft und die natürliche Virtuosität der Musiker machen laReverdie zu einem einzigartigen Ensemble.

Das Programm ist als Anthologie italienischer Dichtung und Musik des 14. Jahrhunderts zu verstehen. Lesungen aus dem Gedicht „La caccia di Diana“ von Giovanni Boccaccio wechseln sich mit Kompositionen aus der italienischen „Ars nova“ ab. Neben Tänzen, Madrigalen und Ballate nimmt eine weitere kompositorische Gattung einen bedeutenden Platz im Programm ein: die Caccia („Jagd“), in der eine Stimme einer anderen in strikter kanonischer Imitation folgt, sie quasi „jagt“.

In Boccaccios Gedicht begibt sich eine Gruppe adliger neapolitanischer Damen des angevinischen Hofes, angeführt von der Jagdgöttin Diana, in den Wäldern auf die Jagd. Die Jagd ist beendet, als die Liebesgöttin Venus erscheint und die Tiere in Männer verwandelt. Der Sieg gehört letztlich der Liebe.
Im Konzert erzeugt der intensive Dialog zwischen Musik und Dichtung eine faszinierende Atmosphäre, die zugleich bezaubernd und komisch ist.

Die Pfarrkirche St. Lambertus in Bechtheim ist eine stattliche Flachdeckenbasilika aus der Epoche des Wormser Dombaus in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Die Kirche ist für den kleinen Ort ungewöhnlich groß. Es liegt nahe, dass es sich um mehr als eine einfache dörfliche Pfarrkirche gehandelt hat. Neben einer vermutlichen Wallfahrt dürfte es ein Priorat gegeben haben.