KusoClaim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

John Potter,
Ambrose Field
(GB)

„Being Dufay“

Samstag, 11. September, 20.00 Uhr

67749 Offenbach-Hundheim
Abteikirche St. Maria

18.30 Uhr Kirchenführung

PotterAmbrose

Ambrose Field und John Potter arbeiteten 2008 erstmals zusammen an ihrem Programm „Being Dufay“, das sie im selben Jahr auf CD aufnahmen. Der CD folgten Auftritte in Großbritannien, Österreich, Italien, Portugal, Australien und den USA.

John Potter war als Mitglied des Hilliard Ensembles zusammen mit dem Saxofonisten Jan Garbarek auf dem erfolgreichen Album „Officium“ zu hören. Seitdem hat er mit seinem Dowland Project drei Solo-Alben aufgenommen (alle ECM). Außerdem musiziert Potter mit dem Lautenisten Ariel Abramovich, bei Red Byrd und dem Gavin Bryars Ensemble.

Ambrose Field unterlegt in seinen Kompositionen die menschliche Stimme mit elektronischer Musik. Beim Prix Ars Electronica in Linz, der wichtigsten europäischen Auszeichnung für Leistungen im Bereich der digitalen Kultur, wurde er mehrfach geehrt. Im Jahr 2006 fand dabei besonders die Spannung, Dramatik und Wirkungskraft des Albums „Storm!“ (Sargasso) Beachtung, dessen Dynamik von sehr intimen bis hin zu wahrhaft „bombastischen“ Klängen reicht. Konzertreisen führten Field bereits in zahlreiche Länder weltweit.

 

 

 

 

„Guillaume Dufay, auf die heutige Zeit übertragen“ (Komponist Ambrose Field über das Programm „Being Dufay“)

Field verwendet Vokalfragmente aus den Kompositionen des flämischen Meisters, dessen Karriere im frühen 15. Jahrhundert in Italien begann. So wie Dufay aus der Komplexität der mittelalterlichen Musik heraus eine Renaissance-Harmonik entwickelte, bedient Field sich bei seinen Kompositionen der Ausdrucksformen der modernen elektronischen Musik. „2004 wurde ich gebeten, für ein Festival in der italienischen Stadt Vigevano ein Stück zu schreiben. Die zentrale Sehenswürdigkeit von Vigevano ist das Castello Sforzesco aus dem 15. Jahrhundert, umgeben von zahlreichen modernen Gebäuden. Diesen Gegensatz wollte ich in meiner Musik zum Ausdruck bringen, und so begann meine Arbeit an diesem Projekt“, berichtet Field.

Die Fragmente von Dufay blieben in ihrer ursprünglichen gesungenen Form bestehen, wurden jedoch in eine ganz neue Komposition eingebettet. John Potter singt die Dufay-Fragmente, während Ambrose Field das aus mehr als 100 Elementen bestehende neu komponierte Material digital vervielfacht und verändert. Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich eine kraftvolle, moderne Musik, in der jedoch die Grundidee der franko flämischen Polyphonie des 15. Jahrhunderts fortlebt.

Ergänzt wird das Programm durch ein speziell für „Being Dufay“ geschaffenes Werk des Videokünstlers Michael Lynch. Die Premiere fand im Januar 2009 auf dem Resonanzen Festival in Wien statt.

KlingenmünsterDas genaue Gründungsdatum des Klosters St. Maria ist unbekannt, einen Hinweis gibt nur die Bestätigungsurkunde von Erzbischof Heinrich I von Mainz aus dem Jahre 1150. Das Kloster gründete dann die Probstei in Offenbach. Im 13. Jahrhundert ging die Schirmvogtei an den Kaiser über, 1447 an die Herzöge von Zweibrücken. Als diese während der Reformation zum protestantischen Glauben übertraten, erfolgte die Auflösung des Klosters. Die ehemalige Propsteikirche ist ein wichtiges Denkmal für den frühen Übergang von der Spätromanik zur Gotik im Mittelrheingebiet und zeigt deutlich die Mischung dieser Stile. In den Kapitellen sind phantastischer Figuren schmuck, Mischwesen aus Mensch und Tier, und Pflanzen ornamente zu sehen, die in die Romanik weisen, während einige Fenster und Pfeiler schon ganz gotisch scheinen.