Ensemble Peregrina (CH)

"Crux - der Kreuzweg"

Freitag, 12. September 2014, 20.30 Uhr

F-67114 Eschau, St. Trophime-Kirche

Peregrina

Agnieszka Budzinska-Bennett (Leitung, Gesang, Harfe)
Kelly Landerkin (Gesang)
Lorenza Donadini (Gesang)
Baptiste Romain (Fidel)

„Peregrina“ – die Umherziehende – spielt auf den Musik- und Ideentransfer im mittelalterlichen Europa an. Der Name des 1997 von Agnieszka Budzinska-Bennett in Basel gegründeten Ensembles verweist zugleich auf die weitgestreute Herkunft seiner Sängerinnen, die aus Italien, Polen, Frankreich und den Vereinigten Staaten stammen. Das besondere Interesse des Ensembles, dessen Konzerttätigkeit die weltliche und geistliche Musik des 12. bis 14. Jahrhunderts umfasst, gilt dem eher unbekannten Repertoire im Bereich der frühen Polyphonie, der Notre-Dame-Schule sowie der aquitanischen Nova Cantica. Das Ensemble kooperiert regelmäßig mit der Schola Cantorum Basiliensis, an der seine Mitglieder ehemals studiert und sich gefunden haben.

Partnerkonzert "Voix et Route Romane"
„Crux – Der Kreuzweg"

Auf der Grundlage des ein- und mehrstimmigen Repertoires der Notre-Dame-Schule (13. Jahrhundert) und aus dem „Codex de Las Huelgas“ stellt das Ensemble „Peregrina“ hier ein auf Ostern bezogenes Programm vor. Einige Werke thematisieren das Sterben aus christlicher Anschauung, vor allem aber widmet sich die Musik dem Bericht über Einsamkeit, Leiden und Sterben Christi, wie es in seinen eigenen Worten am Kreuz überliefert wurde. Auch die Leiden der Gottesmutter beim Anblick des Kreuzes und Maria Magdalenas Blick auf das Kreuzigungsgeschehen aus der Feder des Predigers Philippe le Chancelier sind Stationen dieses Programms, das schließlich auf die österliche Botschaft von der Auferstehung, vom Ende der Trauer und Einbruch des himmlischen Lichts gerichtet ist.

Sainte Trophime Anno 929 zerstörten die Ungarn die Abtei, die der Bischof von Straßburg Remy im Jahre 770 gegründet hatte, um dort die Reliquien des Heiligen Trophime und der Heiligen Sophie aufzubewahren. Das Kloster wurde seit 996 wieder aufgebaut, aber der schlichte Kirchenbau von heute stammt hauptsächlich aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Auf der Außenseite ist nur die Apsis mit schmalen Bogenreliefs verziert. Das Innere ist charakteristisch für die frühe, noch von der ottonischen Architektur beeinflussten Romanik im Elsass: basilikaler Grundriss, Kirchenschiff mit hölzerner Flachdecke, viereckige Pfeiler, niedrigere Querschiffarme. Vom Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert sind sehr schöne Fragmente erhalten, die sich im Straßburger Frauenhausmuseum befinden. Entdeckenswert: der nach mittelalterlichen Quellen rekonstruierte Klostergarten gegenüber der Kirche.