KusoClaim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ensemble
Peregrina
(CH)

„Filia praeclara“
Musik aus polnischen Klarissen-Klöstern

Freitag, 24. September, 20.00 Uhr

65500 Hornbach, St. Fabiansstift

18.30 Uhr, Kirchenführung
Anmeldung erbeten: Tel. 06338/13 65

In Kooperation mit dem Festival ,EuroKlassik’ und VG Zweibrücken Land und der Stadt Hornbach EuroKlassik

Das ensemble Peregrina, 1997 von Agnieszka Budzińska-Bennett, gegründet, erforscht und interpretiert geistliche und weltliche Musik aus dem Europa des 12. bis 14. Jahrhunderts. Das Hauptinteresse des Ensembles liegt in der frühen Polyphonie und den einstimmigen Repertoires der Notre Dame-Schule und der aquitanischen nova cantica; dabei steht die Suche nach einem „Kontrapunkt“ zum gängigen Repertoire im Vordergrund. Interpretation und Stil von Peregrina orientieren sich an den originalen Quellenmaterialien und Traktaten, sowie an jüngster musikwissenschaftlicher und historischer Forschung. Das Ensemble strebt in seiner Aufführungspraxis grösstmögliche Nähe zu den Quellen an, ohne dabei stimmliche Balance und Klangschönheit zu opfern.

Der Name Peregrina (die Umherziehende) spielt auf den Musik- und Ideentransfer im mittelalterlichen Europa an, spiegelt aber auch die Wege der Sängerinnen selber wider. Die Mitglieder des Ensembles schaffen durch ihre verschiedene Herkunft (Polen, Schweiz und USA) ein dynamisches Gleichgewicht und machen durch ihr gemeinsames Musizieren die Interaktion und die Konvergenzen von Kulturen und Geschichten in der von ihnen aufgeführten Musik erlebbar.

 

 

 

 

Zwei bedeutende Gestalten des Mittelalters prägen das Programm „Filia praeclara“: die heilige Klara von Assisi (1194 1253), die zusammen mit dem heiligen Franziskus den Klarissenorden gegründet hatte, sowie Kinga von Ungarn (um 1224-1292, 1999 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen). Sie war die Gemahlin von Herzog Boleslaws V. (genannt Pudicus, der Keusche), und unter ihrer Herrschaft erlebte Polen eine kulturelle Blütezeit mit bedeutenden Kulturzentren von grosser Ausstrahlung und äusserst produktiven Skriptorien.

Aus dieser Zeit datieren nicht nur die ältesten polyphonen Mess-
Sätze Polens, sondern auch eine von Kinga mitgebrachte Kopie des berühmten französischen Magnus Liber (mit prächtiger polyphoner Musik der Notre Dame-Schule). So bildet die Musik aus polnischen Klarissenklöstern des 13. und 14. Jahrhunderts, die ein faszinierendes und bisher kaum erschlossenes Erbe hinterlassen haben, einen Schwerpunkt des Programms.

Das ensemble Peregrina lässt die vielschichtige Geistes- und Klanglandschaft der polnischen Klarissenklöster – wie etwa Stary Sącz – auf subtile Weise aufleben: Mit musikalischen Unikaten und damit wohl überwiegend Eigenproduktionen dieser Klöster, mit kunstvollen mehrstimmigen Gesängen aus den Fragmenten von Kingas Magnus Liber, die für dieses Programm sorgfältig rekonstruiert wurden, und zur Abrundung des Programms mit einstimmigen Sequenzen für die Patronin des Ordens, die heilige Klara, und weiteren liturgischen Gesängen aus dem Umfeld der Klarissen.

KlingenmünsterFischgrätenartige Zierschläge weisen auf die Entstehung der Chorherrenstiftskirche St. Fabian im 12. Jahrhundert hin. Die Stiftskirche erlebte ab 1559 mehrere Umnutzungen, beginnend vom Schulhaus, Pfarrheim, Bauernhaus, Krankenhaus bis zum Viehstall. St. Fabian wird heute als Hochzeits- und Taufkapelle, für Gottesdienste, Konzerte und Festakte genutzt und dient in Verbindung mit dem nahe gelegenen Klosterhotel als touristischer Anziehungspunkt auf höchstem Niveau.