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Ordo Virtutum (D)

„Wolfenbütteler Marienklage“
Krzysztof Penderecki „Stabat mater

Samstag, 2. Oktober, 20.00 Uhr

67697 Otterberg
Ehemalige Zisterzienserabteikirche

18.30 Uhr Kirchenführung

Bagby

Das Ensemble Ordo Virtutum wurde vom Musikwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Johannes Morent gegründet und versteht sich als Spezialensemble für Musik des Mittelalters, das vor allem auf dem Gebiet des Musiktheaters aber auch in kleineren kammermusikalischen Besetzungen tätig ist. Ziel ist die Verbindung von Interpretation und musikwissenschaftlicher Forschung, um einen Zugang zur musikalischen Welt des mittelalterlichen Europa zu eröffnen.

Das Ensemble arbeitete mit renommierten Interpreten mittelalterlicher Aufführungspraxis (Andrea von Ramm, Sterling Jones) zusammen, betreibt für jedes Projekt umfangreiche eigene Forschungsarbeit und erhielt inzwischen Einla dungen zu zahlreichen Festivals in Europa, USA und Australien, bei denen von der Presse „die artistische Meisterschaft in Gesang und Instrumentalspiel“ besonders hervorgehoben wurde. Das Repertoire umfasst Gregorianischen Choral, Minnesang, mittelalterliche Epen, Musik von Hildegard von Bingen sowie Geistliche Spiele.

 

 

 

 

 

 

Anne Azéma (Maria)
Hubert Mayer (Johannes)
Raitis Grigalis (Salvator)
Witte Maria Weber (Maria Magdalena)
Miriam Andersén (Maria)

Ensemble Ordo Virtutum
Schola Cantorum Tübingen

Gesamtleitung: Prof. Dr. Stefan Johannes Morent

Die Wolfenbütteler Marienklage wurde um 1420 in Braunschweig verfasst und stellt die Karfreitags Szene unter dem Kreuz mit den drei Marien und Johannes dar. Als Besonderheit treten hier noch die Figuren von Petrus, Joseph und Nikodemus hinzu.

Die erste szenische Aufführung fand mit großem Erfolg innerhalb der Internationalen Tage Dom zu Speyer in der Krypta des Speyrer Doms 1999 mit der legendären Andrea von Ramm in der Hauptrolle statt. Als Aufführungsgrundlage dient die in der Herzog August-Bibliothek Wolfenbüttel aufbewahrte Original Handschrift.

Für die aktuelle Wiederaufnahme und passend zum Thema „Über Grenzen“ wird die Marienklage hier mit dem „Stabat mater“ aus Pendereckis „Lukas-Passion“ (Uraufführung 1966) verwoben. Die Aufführung ist vollszenisch und stellt mit einer hochkarätigen Sängerbesetzung in der Zisterzienserkirche Otterberg ein besonderes Ereignis dar.

Die Fundamente für die gesamte Klosterkirche Otterberg wurden vor 1168 und bis nach 1177 gelegt. 1253 war die Kirche noch nicht vollständig fertig, was eventuell mit der besonderen entwässerungstechnischen Situation zusammenhängt, mit der man bis heute zu kämpfen hat. Im Jahre 1254 konnte die Kirche geweiht werden. Obwohl sie zu den größten romanischen Kirchen der Region gehört, belegen die westliche Giebelöffnung und die flacheren Gewölbescheitel, dass man mit gotischen Formen vertraut war. Mit der Zisterzienserkirche hat die oberrheinische Spätromanik und ihre Vorliebe für den Massenbau einen Höhepunkt erreicht.