KusoClaim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ensemble
Ordo Virtutum

 

Sanguis Jesu Christi
Gesänge zur Verehrung der Heilig Blut-Reliquie

Fr, 25. September 2009, 20.00 Uhr

67346 Speyer, Krypta im Dom
Kirchenführungen im Speyrer Dom werden vom Domkapitel angeboten.
Informationen hierzu erhalten Sie unter:
06232/10 21 18

Bagby

Das Ensemble Ordo Virtutum wurde vom Musikwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Johannes Morent gegründet und versteht sich als Spezialensemble für Musik des Mittelalters, das vor allem auf dem Gebiet des Musiktheaters aber auch in kleineren kammermusikalischen Besetzungen tätig ist. Ziel ist die Verbindung von Interpretation und musikwissenschaftlicher Forschung, um einen Zugang zur musikalischen Welt des mittelalterlichen Europa zu eröffnen.

Das Ensemble arbeitete mit renommierten Interpreten mittelalterlicher Aufführungspraxis (Andrea von Ramm, Sterling Jones) zusammen, betreibt für jedes Projekt umfangreiche eigene Forschungsarbeit und erhielt inzwischen Einla dungen zu zahlreichen Festivals in Europa, USA und Australien, bei denen von der Presse „die artistische Meisterschaft in Gesang und Instrumentalspiel“ besonders hervorgehoben wurde. Das Repertoire umfasst Gregorianischen Choral, Minnesang, mittelalterliche Epen, Musik von Hildegard von Bingen sowie Geistliche Spiele.

 

 

 

 

 

 

Bereits aus der Antike ist der Brauch überliefert, das Blut von Hingerichteten oder von Gladiatoren aufzufangen und ihm magische bzw. heilende Wirkung besonders bei Augenleiden oder Epilepsie zuzuschreiben. Auch im Alten Testament wird anlässlich des Auszugs der Israeliten aus Ägypten die schützende Kraft des Lammblutes an den Türpfosten beschrieben. In diesem Kontext sind auch die zahlreichen Erzählstränge zu sehen, die die Bergung des von Christus am Kreuz vergossenen Blutes überliefern. Eine Version lässt einige Tropfen des Blutes Christi über Joseph von Arimathäa nach Fécamp in der Normandie bzw. nach England gelangen; hier ergeben sich Berührungspunkte mit der Gralslegende sowie dem Parzival- und Artusstoff, deren Ursprünge wiederum in bretonisch/ keltisch-englischen Traditionen liegen. Eine weitere legendhaften Erzählung schreibt die Heilig Blut-Reliquie Longinus zu, dem durch einen Blutstrahl aus der Seitenwunde Christi das Augenlicht wieder geschenkt wurde. Longinus verbrachte die Reliquie nach Mantua, von wo sie über verschiedene Stationen durch Judith von Flandern, eine englische Königstochter, schließlich in das oberschwäbische Benediktinerkloster Weingarten kam. Dort entstand Ende des 13. Jahrhunderts ein Heilig Blut-Offizium, also eine dichterisch- musikalische Neugestaltung der Stundengebetszeiten zur Verehrung des Heiligen Blutes. Das Offizium, eine besondere Kostbarkeit und wertvoller Zeuge mittelalterlicher Musikkultur, wurde für dieses Konzert in einem aufwändigen Prozess erstmalig vollständig aus den Handschriften übertragen und ist soeben als CD "Sanguis Jesu Christi" beim Label Christophorus erschienen.
KlingenmünsterDer Dom zu Speyer ist nicht nur eines der monumentalsten Zeugnisse des mittelalterlichen römisch-deutschen Kaisertums, sondern auch der bedeutendste Beitrag Deutschlands zur abendländischen Baukunst der Romanik. Der frühesten Bau phase des Domes entstammt die Krypta, eine der größten des Abendlandes, sie ist bis heute unverändert erhalten geblieben. Der zentrale Teil wurde im Jahre 1041 geweiht. Die Gewölbe sind mit sieben Metern für eine Krypta ungewöhnlich hoch. Als Haus- und Grabeskirche der salischen Kaiser diente sie der Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen, vier Königinnen und einer Reihe von Bischöfen.