 |
Das Ensemble Ordo Virtutum wurde vom
Musikwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Johannes
Morent gegründet und versteht sich als Spezialensemble für Musik des Mittelalters, das vor allem
auf dem Gebiet des Musiktheaters aber auch in
kleineren kammermusikalischen Besetzungen tätig
ist. Ziel ist die Verbindung von Interpretation und
musikwissenschaftlicher Forschung, um einen
Zugang zur musikalischen Welt des mittelalterlichen
Europa zu eröffnen.
Das Ensemble arbeitete mit renommierten Interpreten mittelalterlicher Aufführungspraxis (Andrea
von Ramm, Sterling Jones) zusammen, betreibt für
jedes Projekt umfangreiche eigene Forschungsarbeit und erhielt inzwischen Einla dungen zu zahlreichen
Festivals in Europa, USA und Australien, bei
denen von der Presse „die artistische Meisterschaft
in Gesang und Instrumentalspiel“ besonders hervorgehoben
wurde.
Das Repertoire umfasst Gregorianischen Choral,
Minnesang, mittelalterliche Epen, Musik von
Hildegard von Bingen sowie Geistliche Spiele. |
|
|
| Bereits aus der Antike ist der Brauch überliefert, das Blut von
Hingerichteten oder von Gladiatoren aufzufangen und ihm magische
bzw. heilende Wirkung besonders bei Augenleiden oder Epilepsie
zuzuschreiben. Auch im Alten Testament wird anlässlich des Auszugs
der Israeliten aus Ägypten die schützende Kraft des Lammblutes an
den Türpfosten beschrieben. In diesem Kontext sind auch die zahlreichen
Erzählstränge zu sehen, die die Bergung des von Christus am
Kreuz vergossenen Blutes überliefern.
Eine Version lässt einige Tropfen des Blutes Christi über Joseph von
Arimathäa nach Fécamp in der Normandie bzw. nach England gelangen;
hier ergeben sich Berührungspunkte mit der Gralslegende sowie
dem Parzival- und Artusstoff, deren Ursprünge wiederum in bretonisch/
keltisch-englischen Traditionen liegen. Eine weitere legendhaften Erzählung schreibt die Heilig Blut-Reliquie
Longinus zu, dem durch einen Blutstrahl aus der Seitenwunde Christi
das Augenlicht wieder geschenkt wurde. Longinus verbrachte die
Reliquie nach Mantua, von wo sie über verschiedene Stationen durch
Judith von Flandern, eine englische Königstochter, schließlich in das
oberschwäbische Benediktinerkloster Weingarten kam. Dort entstand
Ende des 13. Jahrhunderts ein Heilig Blut-Offizium, also eine dichterisch-
musikalische Neugestaltung der Stundengebetszeiten zur
Verehrung des Heiligen Blutes. Das Offizium, eine besondere Kostbarkeit und wertvoller Zeuge mittelalterlicher Musikkultur, wurde für
dieses Konzert in einem aufwändigen Prozess erstmalig vollständig
aus den Handschriften übertragen und ist soeben als CD "Sanguis Jesu Christi" beim Label Christophorus erschienen. |
Der Dom zu Speyer ist nicht nur eines der monumentalsten
Zeugnisse des mittelalterlichen römisch-deutschen
Kaisertums, sondern auch der bedeutendste Beitrag
Deutschlands zur abendländischen Baukunst der
Romanik. Der frühesten Bau phase des Domes entstammt
die Krypta, eine der größten des Abendlandes, sie ist bis
heute unverändert erhalten geblieben. Der zentrale Teil
wurde im Jahre 1041 geweiht. Die Gewölbe sind mit sieben
Metern für eine Krypta ungewöhnlich hoch. Als
Haus- und Grabeskirche der salischen Kaiser diente sie
der Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen, vier Königinnen und einer Reihe von Bischöfen. |
|