La Mouvance (D)

Minneleich über "Mayt, wip und vrowe"

Samstag, 20. September 2014, 19.00 Uhr

76891 Rumbach, Christuskirche

17.30 Uhr, Kirchenführung

Rumbacher fair-regionales Buffet mit kleinen, aber feinen Köstlichkeiten. Direkt nach dem Konzert im benachbarten Dorfgemeinschaftshaus.
Anmeldungen: Tel. 06394/494 • Tickets an der Abendkasse
Preis: 9,50€/Person.

Veranstalter: Prot. Kirchengemeinde Schönau-Rumbach und Fairtrade-Gemeinde Rumbach


Foto: Inka Recke

In intimer Besetzung zeigt La Mouvance die Vielseitigkeit Früher Musik. Das Ensemble steht für das Wechselspiel zwischen mündlicher und schriftlicher Überlieferung von Text und Musik. Dies förderte die Entstehung zahlreicher Varianten eines einzigen Stückes. Mit Kenntnis der Handschriften und Quellen gelingt es dem Ensemble, das mittelalterliche Repertoire auf eigene Weise lebendig und geistreich zu interpretieren. Christine Mothes (Gesang), Nelly Sturm (Blockflöte) und Karen Marit Ehlig (Fidel) haben sich als Trio im Jahr 2009 zusammengefunden und konzertieren in aktuellen Projekten mit weiteren Gästen. Neue Impulse erhielten die Musikerinnen durch Spezialisten auf dem Gebiet mittelalterlicher Musik, wie Kees Boeke, Jill Feldmann, Pierre Hamon, Uri Smilansky, Marc Lewon und Benjamin Bagby. Im Rahmen der International Young Artist’s Presentation, Antwerpen 2010 wurde dem Ensemble der Titel „IYAP Selected Promising Ensemble“ verliehen. Seitdem ist La Mouvance auf zahlreichen internationalen Festivals, wie dem Festival Oude Muziek, Utrecht 2010, dem Festival Mazovia goes baroque, Warschau 2013 sowie dem MDR-Musiksommer 2013 zu hören.

SWR2 LogoDieses Programm wird von SWR mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt im Hörfunkprogramm SWR2 gesendet.
Parnerkonzert "Voix et Route Romane"

Minneleich über "Mayt, wip und vrowe"
Geistliches und höfisches Frauenlob
Die hohe Minne (höfische Liebe) ist das zentrale Thema mittelhochdeutscher Lyrik. In der literarischen Großform des Leichs erfuhr die Idee der hohen - aber gefährlichen, verlockenden und „aussichtslosen“ Liebe zu einer adligen, verheirateten Frau eine besonders kunstvolle Ausprägung, die das Können des Dichters unter Beweis stellte. Im Zentrum des Minneleichs Heinrichs von Meißen, der auch Frauenlob genannt wurde, steht die „vrouwe“. Sie ist die angebetete, sinnliche Herrin und gleichzeitig Maria, Mutter Gottes.
Mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs spielte bereits die Lyrik des Hohen Minnesangs: vor allem die Tugenden Marias wie Reinheit, Schönheit und Güte sollte auch die weltliche Dame besitzen. Die rätselhafte, bildreiche Sprache und ausladende Form des Minneleichs und seine anspruchsvolle Melodik fordern noch immer alle Sinne des Interpreten und Zuhörers heraus.

Rumbach Eine der ältesten Kirchen der Pfalz steht in Rumbach, nahe der französischen Grenze. Verwunderlich ist, dass in der kleinen Gemeinde zwar schon um 1533 die Reformation eingeführt wurde, ihre Kirche aber bis ins Jahr 1957 den alten Namen St. Gangolfskirche behielt. Erst nach der in diesem Jahr durchgeführten Renovierung, bei der unter dem Putz ungewöhnlich gut erhaltene Fresken zutage traten, wurde sie in Christuskirche umbenannt. Anlass dafür bot ein großes Fresko, das Christus als Weltenherrscher zeigt. Auch die anderen Fresken: die Kreuzigungsszene, die vier großen Propheten im Chorbogen, die Apostel hinter der Kanzel und vor allem die archaisch anmutende Darstellung des Lebensbaumes, in dessen Zweigen die Vögel nisten (Mk 4, 30-32), sind beeindruckend und von großer Schönheit. Die Mauern der Rumbacher Christuskirche sind Zeugen einer über tausendjährigen Tradition des Gebetes und des Lobgesangs.