Mora Vocis (F)

"Li maus d'amer - poison ou potion"

Freitag, 19. September 2014, 20.00 Uhr

66500 Hornbach, St. Fabiansstift

18.30 Uhr, Kirchenführung
Anmeldung erbeten: Tel.: 06338/268

In Kooperation mit dem Festival ,EuroKlassik’ und VG Zweibrücken Land und der Stadt Hornbach EuroKlassik

Foto: Motion Art

Mora Vocis ist ein internationales Ensemble außergewöhnlicher Frauen, die es verstehen, ihr Publikum auf subtile Weise zu beeindrucken. Die Musikerinnen interpretieren Stücke zumeist ohne Noten und untermalen sie mit passenden fließenden Bewegungen. Sie heben gerne die besonderen Eigenschaften des jeweiligen Veranstaltungsorts hervor und lenken die Aufmerksamkeit des Publikums akustisch auf Teile des Raumes, die sonst oft übersehen werden – so wird der Veranstaltungsort Teil der musikalischen Reise. Mora Vocis unternimmt nicht den Versuch einer historischen Rekonstruktion, sondern lässt das Publikum an der eigenen Leidenschaft für die vorgestellten Stücke teilhaben, die von virtuosen Neumen bis hin zur komplexen Polyphonie der ,Ars subtilior' reichen. Abgerundet werden die Produktionen durch eine Prise Humor und manchmal unerwartete Ausflüge in die Welt der Fantasie.

Die Konzertprogramme von Mora Vocis sind vielfältig und facettenreich. Unterstützt werden die Sängerinnen je nach Programm von Instrumentalisten, Zirkusartisten, Schauspielern oder Tänzern und Choreographen.

SWR2 LogoDieses Programm wird von SWR mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt im Hörfunkprogramm SWR2 gesendet.

„Li maus d‘amer - poison ou potion“
Die Qualen der Liebe

Mora Vocis präsentiert eine Zusammenstellung aus Vokal- und Instrumentalmusik des Mittelalters. Deklamatorisch vertonte Texte, Motetten, Balladen, betörende Monodien und komplexe polyphone Stücke vereinen Gesang mit gezupften und gestrichenen Streichinstrumenten zu einer wahrhaft magischen Form der „musikalischen Alchemie“. Im Mittelpunkt steht dabei die Suche nach der auf ewig unerwiderten mittelalterlichen Liebe. Auch tatsächliche oder imaginäre Heilmittel dagegen werden beschrieben. Die melodische und rhythmische Komplexität der Stücke aus der ,Ars subtilior', die in den Manuskripten aus Zypern und Chantilly zu finden sind, erinnert formvollendet an die unvermeidbar mehrdeutige Natur unglücklicher Liebesgeschichten.
Der französische Dichter Achille Caulier (geboren Ende des 14. Jahrhunderts) berichtet von einem „Krankenhaus für die Liebe“, einem geheimnisvollen Ort, an dem „Krankenschwestern voller Tugend“ erstaunliche Heilmittel wie ein „Wasser für freudige Gedanken“ verabreichen und „Küsse gewähren“. Führt die Suche letztlich zum Glück, oder sind Leiden dieser Art durch Arzneimittel zu heilen? Wer kann wissen, welches Mittel sich am besten eignet?

KlingenmünsterFischgrätenartige Zierschläge weisen auf die Entstehung der Chorherrenstiftskirche St. Fabian im 12. Jahrhundert hin. Die Stiftskirche erlebte ab 1559 mehrere Umnutzungen, beginnend vom Schulhaus, Pfarrheim, Bauernhaus, Krankenhaus bis zum Viehstall. St. Fabian wird heute als Hochzeits- und Taufkapelle, für Gottesdienste, Konzerte und Festakte genutzt und dient in Verbindung mit dem nahe gelegenen Klosterhotel als touristischer Anziehungspunkt auf höchstem Niveau.