Ensemble Leones (D)

"Der dritte Papst" - Musik für Papst Johannes XXIII: Zacara da Teramo und das Konstanzer Konzil

Samstag, 7. Oktober 2017, 19.00 Uhr

67547 Worms, St. Martin
18.00 Uhr Programmeinführung Dr. Joachim Steinheuer

Leones

Das auf frühe Musik spezialisierte Ensemble Leones hat sich unter Leitung von Marc Lewon über die Jahre einen exzellenten Ruf bei Publikum und Fachpresse erarbeitet. Hier sind ausnahmslos Spezialisten am Werk, die ihre Arbeit durch genaue Kenntnis der originalen Quellen und eine verinnerlichte Vertrautheit mit den historischen Musikstilen untermauern und ihre Konzerte gleichzeitig zu einem virtuosen und lebendigen Klangerlebnis werden lassen. Ein Markenzeichen ist die Entdeckung bislang unbekannter Werke aus Mittelalter und Renaissance. Hier setzt Ensemble Leones mit Pionierarbeit und Neuinterpretationen in ihren Konzerten und von der Kritik ausgezeichneten CDEinspielungen (Preisträger des International Classical Music Awards 2016) neue, ästhetische Akzente. Das Ensemble, dessen Mitglieder u. a. der Talentschmiede der Schola Cantorum Basiliensis, der berühmten Schweizer Hochschule für Alte Musik entstammen, konzertiert mit großem Erfolg auf den Bühnen renommierter Festivals wie dem Stockholm Early Music Festival, dem Heidelberger Frühling, RheinVokal, den Niedersächsischen Musiktagen, Oude Muziek Utrecht, oder AMUZ/ Laus Polyphoniae in Antwerpen.

"Der dritte Papst"

Seit dem Konzil von Pisa im Jahr 1409 gab es drei Päpste. Zacara da Teramo, der zuvor als Sekretär an der römischen Kurie tätig war, trat ins Gefolge des „dritten Papstes“ ein und folgte ihm zum Konzil nach Konstanz. Seine Werke lassen sich unmittelbar auf das Schisma und die Vorgänge am Konzil beziehen. In „Dime, Fortuna“ inszeniert er ein fiktives Gespräch mit seinem zukünftigen Herren, in dem er seine Dienste anempfiehlt. Mit der Preismotette auf Johannes XXIII. – „Argi vices Poliphemus / Com Philemon rebus paucis“ – wurde möglicherweise sogar das Konzil selbst eröffnet. Weitere Kompositionen des Programms stammen von Johannes Ciconia und Matteo da Perugia sowie aus der Laien-Bewegung der Laudesi. Laude wie das „Ave mater o Maria“ finden sich in vielen europäischen Handschriften und werden bei den zahlreichen Anlässen des Konzils auch in Konstanz erklungen sein.