Ensemble Expectate (D)

"Offcium Karoli Magni"
Gesänge zur Heiligesprechung Karls des Großen

Samstag, 19. September 2015, 20.00 Uhr

67547 Worms, St. Martin

18.30 Uhr Kirchenführung

In Kooperation mit


Expectate

Das aus Männerstimmen bestehende Ensemble Expectate, beschäftigt sich intensiv mit dem Gregorianischen Choral und der frühen Mehrstimmigkeit. Dabei orientiert es sich an zum Teil über tausendjährigen Handschriften. Die Mitglieder kommen aus der gesamten Rhein-Neckar-Region. Seit seiner Gründung im Jahre 2011 steht das Ensemble unter der Leitung von Chorleiter Markus Braun. Es tritt vorwiegend in der Region Ludwigshafen/Speyer/Vorderpfalz in Erscheinung. Besonders gerne lassen die Sänger die Gregorianischen Gesänge auch in romanischen Kirchen oder (ehemaligen) Klöstern erklingen, also in Räumen, in denen diese Musik "zu Hause" ist.

Im Jahr 2014 gestaltete das Ensemble Expectate im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz Konzerte in Ludwigshafen, Kaiserslautern und Landau. Im Mittelpunkt standen gregorianische Gesänge und ihre Verarbeitung in Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein zentrales Werk war die "Messe cum jubilo" für Männerstimmen, Bariton-Solo und Orgel von Maurice Duruflé. Weitere Konzerte beschäftigten sich mit dem Lob der Dreifaltigkeit im Gregorianischen Choral und unter dem Motto "Brüderlichkeit – Männer im Einklang" mit mittelalterlichen Mönchsgesängen.

"Officium Karoli Magni"
Gesänge zur Heiligesprechung Karls des Großen

Kaiser Karl der Große gehört sicherlich zu den "Helden" Europas. Um 742 wurde er geboren. Wahrscheinlich war er sogar Rheinland-Pfälzer, denn sein vermuteter Geburtsort ist Mürlenbach in der Eifel. Im Verlauf seines Lebens hielt Karl sich auch gerne im rheinhessischen Ingelheim auf. Mehrfach weilte er in Worms. 768 übernahm er von seinem Vater König Pippin die Herrschaft. In der Folgezeit eroberte er das Langobardenreich in Italien, die Sachsen und Awaren. Papst Leo III. krönte Karl am Weihnachtstag 800 in Rom zum Kaiser. Karl der Große gründete Bistümer und förderte das klösterliche Leben. Um sein Reich zu einen, strebte Karl nach einer einheitlichen Kultur und leitete dazu eine Kulturreform ein. Diese umfasste auch Liturgie und Musik.

Auf Wunsch Kaiser Friedrich Barbarossas wurde Karl der Große 1165 durch den Kölner Erzbischof Rainald von Dassel heilig gesprochen, gebilligt von dem Gegenpapst Paschalis III. Das Projekt ist auch ein Beitrag zum 850jährigen Jubiläum der Heiligsprechung, das im Jahr 2015 gefeiert wird. Karl der Große ist Held und Heiliger, zwischen Eroberung und Mission, Krieg und Kultur.

Zu Gehör gebracht werden Gesänge, die zu Lebzeiten Karls des Großen (742-814) entstanden sind. Hinzu kommen Beispiele aus der Zeit seiner Heiligsprechung (1165).

Die ehemalige STIFTSKIRCHE des Martinsstifts, dessen Bauten fast völlig verschwunden sind, ist heute katholische Pfarrkirche. Die Martinskirche ist eine dreischiffige, querhauslose Pfeilerbasilika früh-romanischen Ursprungs mit frühgotischen Anklängen. Sie war während des Mittelalters durch das Patrozinium des Hl. Martin, des fränkischen Nationalheiligen und früheren Bischofs Martin von Tours eine bedeutende Wallfahrtskirche. Das Martinspatrozinium von St. Martin lässt auf ihren frühen, vielleicht noch fränkischen Ursprung schließen. Sulpicius Severus berichtet, dass Martin 355/356 von Kaiser Julianus Apostata hier in einem Kerker gefangen gehalten wurde, weil er als Christ den römischen Kriegsdienst verweigerte.