Diabolus in Musica (D)

"Historia Sancti Martini"
Offizium zu Ehren des hl. Martin

Sonntag, 04. Oktober 2015, 20.00 Uhr

67346 Speyer, Krypta im Dom

In Kooperation mit den
Internationalen Musiktagen
Dom zu Speyer

Diabolus

Seit 1992 arbeitet Diabolus in Musica an der Erforschung und Interpretation verschiedener mittelalterlicher Musikstile, von gregorianischem Choral bis zu den großen mehrstimmigen Werken des 15. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt liegt dabei auf französischer Musik aus dem 12. und 13. Jahrhundert.

Das Ensemble befasst sich bei seiner musikalischen und historischen Recherche mit Handschriften und konzentriert sich dabei insbesondere auf unveröffentlichte Werke und Repertoires. Mit zwei bis drei Werken jährlich hat Diabolus in Musica so eine Reihe weltlicher und geistlicher Musikprogramme in allen musikalischen Stilen dieser Zeit geschaffen. Das Ensemble zeichnet in seinen Programmen stets ein möglichst originalgetreues Bild des Mittelalters und setzt die Musik in ihren historischen, künstlerischen und sozialen Kontext. Möglich wird dies durch umfassende Recherchen auf dem Gebiet der mittelalterlichen Mentalität und Empfindung unter Federführung des Ensembleleiters Antoine Guerber.

„Historia Sancti Martini"
Offizium zu Ehren des hl. Martin

Der hl. Martin gilt als „Miles Christi“ (Soldat Gottes), dessen Popularität durch seine großen Wohltaten und Wunder als Soldat, Eremit, Mönch und Bischof (gegen seinen Willen) und nicht zuletzt durch die Vita Sancti Martini, die im Jahr 397 von seinem engen Freund Sulpicius Severus verfasst wurde, begründet ist.

Das Ensemble Diabolus in Musica rekonstruiert in seinem Konzert die „Historia Sancti Martini“, die feierliche musikalische Gestaltung des Stundengebets am Festtag des Heiligen (Martin starb am 8. November 397 in Candes, als Festtag gilt aber sein Begräbnis am 11. November). Grundlage bildet hierbei ein Rituale des Kanonikers Péan Gatineau, das den Ablauf der Feierlichkeiten in der Kathedrale von Tours im 13. Jh. mit einstimmigem Choral und teilweise improvisierter Mehrstimmigkeit festhält.

Aus dieser Handschrift geht auch hervor, dass 1226 die Verbindung zwischen der Basilika Saint-Martin in Tours und dem Mainzer Dom erneuert wurde. Dies ist eine Erklärung für die große Popularität des hl. Martin besonders im Rheinland, aber auch im übrigen Deutschland, die sich in der Vielzahl von Sankt Martin geweihten Kirchen, Stiftskirchen, Prioraten und sogar Domen widerspiegelt. Im Mittelpunkt des Konzertes stehen die großen, feierlichen Responsorien (= Antwortgesänge) des Nachtgottesdienstes, zwischen denen Auszüge aus der Vita des hl. Martin verlesen werden.

SpeyerDer Dom zu Speyer ist nicht nur eines der monumentalsten Zeugnisse des mittelalterlichen römisch-deutschen Kaisertums, sondern auch der bedeutendste Beitrag Deutschlands zur abendländischen Baukunst der Romanik. Der frühesten Bau phase des Domes entstammt die Krypta, eine der größten des Abendlandes, sie ist bis heute unverändert erhalten geblieben. Der zentrale Teil wurde im Jahre 1041 geweiht. Die Gewölbe sind mit sieben Metern für eine Krypta ungewöhnlich hoch. Als Haus- und Grabeskirche der salischen Kaiser diente sie der Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen, vier Königinnen und einer Reihe von Bischöfen.