Capella Romana (USA)

"Der Fall Konstantinopels"

Sonntag, 2. Oktober 2016, 20.00 Uhr

67697 Otterberg, Ehem. Abteikirche

18.30 Uhr Kirchenführung

In Kooperation mit den Otterberger Abteikirchenkonzerten

Capella Romana

Das Ensemble feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen. Cappella Romana hat sich besonders der Erforschung und Praxis der musikalischen Traditionen des Christentums verschrieben, die sowohl das alte Rom und Westeuropa als auch das byzantinische Reich von Konstantinopel (das neue Rom) mit seinem slawischen Einzugsbereich umfassten. Das Ensemble, in Portland (im Nordwesten der USA im Bundesstaat Oregon) beheimatet, wurde 1991 von Alexander Lingas gegründet, einem der angesehensten Musikwissenschaftler der byzantinischen Musikforschung. Er unterrichtet an der City University London. Mit Cappella Romana hat er mehr als zwanzig CDs veröffentlicht, welche die hohe Qualität des Ensembles eindrucksvoll dokumentieren. Cappella Romana gab ihr Debüt in Deutschland bei den Tagen Alter Musik Regensburg im Jahr 2013 und ist jetzt zum ersten Mal in Deutschland mit ihrem gefeierten Programm "Der Fall von Konstantinopel" zu hören. Im September gastierte Cappella Romana zum zweiten Mal beim Alte Musik-Festival in Utrecht, Niederlande.

Partnerkonzert Voix & Route Romane
"Der Fall Konstantinopels"

Cappella Romana erforscht das musikalische Erbe der antiken Zivilisation von Byzanz – gefangen zwischen lateinischem Westen und islamischem Osten – mit majestätischen Zeremonien für die Kathedrale der Hagia Sophia, triumphierenden Behauptungen der Überlegenheit des Westens und glühenden Gebeten für die Heilung von religiösen Spaltungen. Das sagenumwobene Byzanz ging mit dem Fall von Konstantinopel am 29. Mai 1453 unter und im osmanischen Reich auf. Die ergreifende Klage von Manuel Chrysaphes greift dieses epochale Ereignis auf und betrauert das Ende eines 1000 Jahre alten Reiches.

Die Fundamente für die gesamte Klosterkirche Otterberg wurden vor 1168 und bis nach 1177 gelegt. 1253 war die Kirche noch nicht vollständig fertig, was eventuell mit der besonderen entwässerungstechnischen Situation zusammenhängt, mit der man bis heute zu kämpfen hat. Im Jahre 1254 konnte die Kirche geweiht werden. Obwohl sie zu den größten romanischen Kirchen der Region gehört, belegen die westliche Giebelöffnung und die flacheren Gewölbescheitel, dass man mit gotischen Formen vertraut war. Mit der Zisterzienserkirche hat die oberrheinische Spätromanik und ihre Vorliebe für den Massenbau einen Höhepunkt erreicht.