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Das solistisch besetzte Männerensemble Archaica wurde 2001 von Burkard Wehner in Berlin gegründet
und hat sich auf Vokalkompositionen des
Mittelalters und der Renaissance spezialisiert.
Das Repertoire umfasst die in Neumennotation aufgezeichneten
archaischen Gregorianischen Choräle
des 9./10. Jahrhunderts, die Meisterwerke früher
Mehrstimmigkeit aus Winchester, St. Martial de
Limoges und Notre-Dame de Paris um 1200, die
komplexen isorhythmischen Kompositionen der Ars
Nova und die kunstvoll verwobenen Gesänge der
Renaissancepolyphonie. Auf Grundlage der Originalquellen und den neuesten musikwissenschaftlichen
Erkenntnissen interpretiert das Ensemble Kompositionen aus Klöstern, Kathedralen und Fürstenhöfen
- den frühen Kulturzentren in Europa. Der Vokalklang ist obertonreich und ruhig fließend – eine Besonderheit ist die männliche Besetzung der hohen
Stimmlagen nach historischem Vorbild. Nach erfolgreichen
Konzerten in den ehemaligen Zisterzienserklöstern Salem, Lehnin und Zinna ist ein Schwerpunkt des Ensembles der Choral und die frühe
Mehrstimmigkeit innerhalb des Zisterzienserordens. |
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| Das Ensemble Archaica (Berlin) hat ein klangvolles Programm
zusammengestellt, das mehrstimmige tropierte Gesänge für die
Ordinariumsteile der Messe vorstellt. Es werden für die Auswahl vornehmlich
zwei Handschriften zugrunde gelegt: ein in St. Andrews
geschriebenes Gesangbuch des frühen 13. Jahrhunderts und eine
etwas jüngere Sammlung englischer Mehrstimmigkeit, das sogenannte
„Old Hall Manuscript“. Beide Handschriften enthalten den marianischen
Gloria-Tropus „Spiritus et alme“, dem das Programm seinen
Namen verdankt.
Die älteren Kompositionen des Old Hall Manuscript sind für die
Gegenüberstellung mit den Gesängen aus St. Andrews besonders geeignet,
denn sie bewahren ein gutes Stück englischen Eigenlebens innerhalb
der Musiktradition. So zeigen die beiden Handschriften sowohl eine
Reihe von eigenen, insularen Kompositionen (in St. Andrews vor
allem durch die Ordinariumstropen im 11. Faszikel) als auch musikalische Einwirkungen von außen.
Sinnvoll ergänzt wird das Programm mit dem vierstimmigen Orga num
des Magister Perotin aus der Handschrift St. Andrews und mehrstimmigen
Responsoriumsversen aus dem Old Hall Manuscript, die in ihre
ursprüngliche einstimmige Umgebung eingebettet werden. |
Auch in ihrem stark reduzierten Zustand steht die
ehemalige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche St. Bernhard in der Größenordnung direkt hinter dem
mächtigen Otterberg. Das Kloster wurde 1148 gegründet,
seit Kaiser Friedrich Barbarossa waren stets zwei Mönche
abgeordnet, um dort die Reichskleinodien zu hüten.
Der Baubeginn der Kirche ist nicht genau bekannt, er
ist um 1200 anzusetzen. Im Jahre 1263 erfolgte die
Schlussweihe. Das Kloster, geschwächt durch die Kriege
des 15. und 16. Jahrhunderts, wurde 1561 aufgelöst. |
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