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Ensemble Archaica

 

Gloria - spiritus et alme
Vokalmusik des 13./14. Jahrhunderts aus St. Andrews und St. Edmund

So, 20. September 2009, 17.00 Uhr

76857 Eußerthal, Ehem. Zisterzienserkirche
15.30 Uhr Kirchenführung

Bagby

Das solistisch besetzte Männerensemble Archaica wurde 2001 von Burkard Wehner in Berlin gegründet und hat sich auf Vokalkompositionen des Mittelalters und der Renaissance spezialisiert. Das Repertoire umfasst die in Neumennotation aufgezeichneten archaischen Gregorianischen Choräle des 9./10. Jahrhunderts, die Meisterwerke früher Mehrstimmigkeit aus Winchester, St. Martial de Limoges und Notre-Dame de Paris um 1200, die komplexen isorhythmischen Kompositionen der Ars Nova und die kunstvoll verwobenen Gesänge der Renaissancepolyphonie. Auf Grundlage der Originalquellen und den neuesten musikwissenschaftlichen Erkenntnissen interpretiert das Ensemble Kompositionen aus Klöstern, Kathedralen und Fürstenhöfen - den frühen Kulturzentren in Europa. Der Vokalklang ist obertonreich und ruhig fließend – eine Besonderheit ist die männliche Besetzung der hohen Stimmlagen nach historischem Vorbild. Nach erfolgreichen Konzerten in den ehemaligen Zisterzienserklöstern Salem, Lehnin und Zinna ist ein Schwerpunkt des Ensembles der Choral und die frühe Mehrstimmigkeit innerhalb des Zisterzienserordens.

Das Ensemble Archaica (Berlin) hat ein klangvolles Programm zusammengestellt, das mehrstimmige tropierte Gesänge für die Ordinariumsteile der Messe vorstellt. Es werden für die Auswahl vornehmlich zwei Handschriften zugrunde gelegt: ein in St. Andrews geschriebenes Gesangbuch des frühen 13. Jahrhunderts und eine etwas jüngere Sammlung englischer Mehrstimmigkeit, das sogenannte „Old Hall Manuscript“. Beide Handschriften enthalten den marianischen Gloria-Tropus „Spiritus et alme“, dem das Programm seinen Namen verdankt. Die älteren Kompositionen des Old Hall Manuscript sind für die Gegenüberstellung mit den Gesängen aus St. Andrews besonders geeignet, denn sie bewahren ein gutes Stück englischen Eigenlebens innerhalb der Musiktradition. So zeigen die beiden Handschriften sowohl eine Reihe von eigenen, insularen Kompositionen (in St. Andrews vor allem durch die Ordinariumstropen im 11. Faszikel) als auch musikalische Einwirkungen von außen. Sinnvoll ergänzt wird das Programm mit dem vierstimmigen Orga num des Magister Perotin aus der Handschrift St. Andrews und mehrstimmigen Responsoriumsversen aus dem Old Hall Manuscript, die in ihre ursprüngliche einstimmige Umgebung eingebettet werden.
KlingenmünsterAuch in ihrem stark reduzierten Zustand steht die ehemalige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche St. Bernhard in der Größenordnung direkt hinter dem mächtigen Otterberg. Das Kloster wurde 1148 gegründet, seit Kaiser Friedrich Barbarossa waren stets zwei Mönche abgeordnet, um dort die Reichskleinodien zu hüten. Der Baubeginn der Kirche ist nicht genau bekannt, er ist um 1200 anzusetzen. Im Jahre 1263 erfolgte die Schlussweihe. Das Kloster, geschwächt durch die Kriege des 15. und 16. Jahrhunderts, wurde 1561 aufgelöst.